Kapitel I · Nepal
Frauen in Nepal
Kathmandu – verborgene Traditionen
Das Leben der Frauen in Kathmandu ist Schwerpunkt des Buches “ROT – Menschen in Kathmandu”. Das Archaische ist gelebte Tradition hinter verschlossenen Türen moderner, auch westlich gebildeter und erfahrener Menschen in Nepal.
An festgelegten Tagen im Jahr unterwirft sich eine Hindufrau in Nepal / Kathmandu ihrem Ehemann. Ihr ist nicht erlaubt, ihn bei seinem Namen zu rufen. Sie kann einen Fantasienamen wählen, sonst muss sie ihn mit patidev – Göttlicher Ehemann anreden. Söhne werden in dem Bewusstsein erzogen, neben dem Vater verantwortlich für die Mutter zu sein. Schon im Alter von fünf Jahren ist sich ein Junge in Kathmandu seiner Stellung in der Familie bewusst.
Frauen, Kinder und Männer im hinduistischen Alltag Kathmandus
Spiderman sein und Hindu-Traditionen leben widerspricht sich in Nepal nicht. Neues wird in Altes integriert. Der Sohn, der Spiderman spielt, erweist dem Vater traditionell Respekt mit seiner Stirn auf dessen Füßen. Anders, als die Mutter, muss er sich nicht unterwerfen, sondern Respekt zeigen. Daraufhin empfängt der Sohn den Segen des Vaters: Tika.
Der rote Punkt zwischen den Augenbrauen macht diesen Segen für alle sichtbar. Tika ist kein Zeichen für eine Kaste. Bei Frauen ist Tika kein Zeichen für Ehestand. Tika ist immer Segen. Eine rote Linie auf dem Scheitel oder ein roter Punkt am Haaransatz zeigt, dass eine Frau verheiratet ist.
Riten hinduistischer Frauen in Kathmandu
Hat eine Frau ihren oder einen Mann während der Menstruation versehentlich berührt, ist das ein Vergehen in Nepal / Kathmandu. Einmal im Jahr zelebriert sie mit Feuer und Opfergaben ein Ritual, um sich und den betroffenen Mann zu reinigen.
Texte und Fotografien: © Milda Drüke











